Aus einer tollen Idee und mutigen Entscheidung wurde das größte

Fußball-Amateurturnier der Region

Als wir im Jahr 1988 die Idee unseres Sportkameraden Willi Hoffarth aufgriffen und das heutige Burg-Pokal-Turnier ins Leben riefen, haben wir im Entferntesten nicht daran gedacht, mit diesem Sportereignis ein solch großes Interesse im Grenzland geweckt zu haben. Wenn man sorgfältig unser Vereinsleben betrachtet, war dies sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung der damaligen Fußballabteilungs-leitung.

Es herrschte Finanznot in der Fußballseniorenabteilung und man hatte daher nicht die besten Möglichkeiten, sich den Gegebenheiten der Zeit zu öffnen. So begab man sich auf die Suche nach neuen Einnahmequellen. Der geschäftsführende Vorstand hatte die Finanzhoheit im Verein. Die Fußballseniorenabteilung, die von Hans-Willi Cüsters seinerzeit geleitet wurde, hatte keine eigene Kasse und somit fehlten die entsprechenden Finanzmittel. So kam dem Sportkameraden und damaligen Trainer Wilhelm Hoffarth die Idee, ein überregionales Fußballturnier auszutragen und eine eigene Einnahmequelle zu schaffen. Aber nicht, wie seinerzeit üblich, in Form eines Tages- bzw. Wochenendturniers, nein, es sollte schon ein anderes Niveau sein. Die Voraussetzungen waren nicht schlecht, hatte man doch auf dem Vennberg zwei Rasenplätze zur Verfügung. An den sogenannten Sommerfest-Turnieren, mit Spielzeiten von 2 x 10 Minuten, hatten weder die Sportler noch die Zuschauer Interesse. Einnahmen konnten da schon lange nicht mehr erzielt werden.

Mit viel Skepsis und für damalige Verhältnisse mit relativ hohem finanziellen Risiko haben wir seinerzeit die Entscheidung getroffen. Die Fußballabteilung war nicht auf Rosen gebettet und die Verantwortlichen der Fußballabteilung mussten laut Vorstandsentscheidung für den sich eventuell ergebenden Fehlbetrag persönlich haften. Trotzdem haben wir den Schritt gewagt und zum Glück bis heute nicht bereuen müssen. So wurde man erstmalig im Bereich der Fußballseniorenabteilung in Sachen Marketing aktiv. Es begann die Sponsorensuche zur Finanzierung von Sportkleidung und Trikotagen, von Ballspenden, von Banner- und Bandenwerbung, von Plakatwerbung und Werbung zur Finanzierung von Programmheften und Festschriften.

Ein Schirmherr musste gefunden werden, der mit seinem Namen das Risiko der Veranstaltung tragen und eine angemessene Mitfinanzierung garantieren würde. Mit dem Burggrafen, Hans-Wilhelm Stroetges (verstorben), hatten wir gleich einen interessierten Paten gefunden und so ergab sich zwangsläufig auch der passende Turniername: „Burg-Pokal-Turnier“ in Brüggen. Ein kleines Programmheft wurde erstellt, schöne Ankündigungsplakate entworfen, Straßenbanner aufgehängt und viel Werbung in der Presse gemacht. Mit 1.500,00 DM Gesamtprämien wurde ein für damalige Verhältnisse ausgesprochen hoher Anreiz zur Teilnahme am Turnier, auch für Landes-, Verbands- und Oberligavereine, geschaffen.

Ein wichtiger Punkt war die Terminfindung. Für die Tagesturniere nach der Saison bestand, wie schon angemerkt, wenig Interesse. So war die Entscheidung, dieses Turnier ca. 2 Wochen vor Beginn der neuen Saison auszutragen, die richtige. Erstklassige Begegnungen unter Wettkampfbedingungen, Kennenlernen der neuen Spieler der teilnehmenden Vereine, optimale Testmöglichkeiten für die Trainer und das nach der Sommerpause und vor Beginn der neuen Saison, das kam gut an. Höherklassige Mannschaften mussten geworben werden, z. B. mit der tollen Sportanlage, mit reizvollen Sieg- und Platzprämien und einem Turniermodus mit Wettkampfbedingungen.

Wir TuRaner haben bis heute die Entscheidung nicht bereut und die geschäftsführenden Vorstände unseres Vereins sind bislang allemal dankbar. Ein Risiko, so stellte sich schnell heraus, war die Ausrichtung des Burg-Pokals für uns TuRaner noch nie und wir haben mit der Idee unseres Sportkameraden Wilhelm Hoffarth viel Anerkennung gefunden und viele Partner und Freunde aus nah und fern gewonnen.

Nun, das Turnier wird in diesem Jahr zum 30. Mal ausgetragen – und der Burgpokal in Brüggen ist der alljährliche Höhepunkt im Sportkalender des Grenzlandes. Das Turnier ist für alle teilnehmenden Mannschaften der erste Härtetest für die bevorstehende Saison und bietet nicht nur den Teams des Grenzlandes, sondern auch den vielen Gastmannschaften aus nah und fern Gelegenheit zur Prüfung der Standortbestimmung und den Trainern die Möglichkeiten zum Experimentieren. In der zurückliegenden Zeit waren nicht selten Teams aus den Niederlanden, aus Schottland und den britischen Militärstützpunkten des westdeutschen Raumes zu Gast am Vennberg. Viele Oberliga-, Verbandsliga-, Niederrheinligavereine und Vereine der höchsten niederländischen Amateurklassen haben in der Vergangenheit das Turnier in Brüggen besucht und dem jährlichen Fußballhöhepunkt ein außergewöhnliches Flair verliehen. Namhafte Fußballgrößen konnten bei den Turnieren immer wieder begrüßt werden. Viele Top-Mannschaften haben während der Turniertage den Sportpark „Vennberg“ als Trainingsgelände genutzt und waren während der Tage in den nahegelegenen Hotels in Brüggen und Born untergebracht. Somit hat das Turnier auch einen touristischen Stellenwert für die Gemeinde Brüggen erlangt. Die Planung, Organisation und Durchführung lag 23 Jahre lang in vielen fleißigen Händen, insbesondere sind hier die Sportkameraden Wilhelm Hoffarth, Manfred Riedel und Hans-Willi Cüsters zu nennen. Unser Penningsmeester, Reinhard Kamps, ist in diesem Jahr sage und schreibe 30 Jahre als Kassierer der Fußballabteilung für alle finanziellen Geschäfte und der Abrechnung des Turniers verantwortlich. Da darf man ganz herzlich „Danke“ sagen.

Bereits im 2. Austragungsjahr wurde die Turnierordnung geändert – es konnten nun pro Spiel 16 Spieler eingesetzt werden – und die Siegprämie wurde auf 700,00 DM, die Gesamtprämien auf 1.750,00 DM erhöht. Im Jahr 1990 wurde die kleine Finalrunde für die Verlierer der Viertelfinalbegegnungen eingeführt, um den Verlierern noch ein Testspiel mehr – im Falle eines Sieges zudem das Spiel um den 5. Platz zu ermöglichen. 1992 betrug die Siegprämie bereits 1.000,00 DM und die Gesamtprämien wurden auf 2.700,00 DM erhöht. Die Gemeinde Brüggen stiftete erstmals den Fairnesspokal und die offensivste Mannschaft des Turniers wurde mit der neu geschaffenen Torprämie belohnt.

Bei der 10. Ausrichtung im Jahr 1997 wurde auf Grund des Jubiläums die Siegprämie auf 1.200,00 DM und die Gesamtprämie auf 3.600,00 DM erhöht. Zum letzten Mal stand Hans-Wilhelm Stroetges als Schirmherr Pate für das Turnier.

Seit dem Jahr 1998 ist unser langjähriges Mitglied Heinz Riedel, Senior-Chef der Firma MELLERUD, Schirmherr des Burg-Pokal-Turniers. Mit einem Novum endete das damalige Turnier. Erstmals in der elfjährigen Geschichte gab es zum Schluss zwei Sieger, da der Wettergott die Austragung des Endspiels unmöglich machte.

Im Jahre 2001 wurde dem Sieger Union Nettetal als Siegprämie 1.500,00 DM gezahlt. Die Gesamtprämie wurde auf 4.400,00 DM erhöht.

Seit dem Jahr 2004 erhält der Sieger des Burg-Pokal-Turniers in Brüggen den MELLERUD-Cup, jeweils gestiftet vom Schirmherr Heinz Riedel.

Beim 20. Burg-Pokal-Turnier konnte der Gewinner eine Siegprämie in Höhe von 1.000,00 € mit nach Hause nehmen und die Gesamtprämien wurden aufgrund des Jubiläums auf 2.900,00 € erhöht. Erstmalig wurden auch der beste Torschütze und der beste Torwart des Turniers ausgezeichnet, der beste Spieler wurde bereits seit dem Jahre 2005 geehrt. Verdienten Mitgliedern und Sponsoren wurde die Ehrenmedaille verliehen. Die drei erst platzierten Mannschaften wurden zusätzlich mit der Gold-, Silber- und Bronzemedaille, gestiftet von der Sparkasse Krefeld, ausgezeichnet.

Im Sportpark Vennberg wird in diesem Jahr dem Turniersieger bereits zum 14. Mal der MELLERUD-Cup überreicht. 23 Jahre waren Hans-Willi (Mecki) Cüsters in Personalunion mit Wilhelm Hoffarth, später mit Thomas Krüger bzw. Bernd Roesges, die Turnierchefs. Turnierleitung und gleichzeitig Stadionsprecher war viele Jahre Wilhelm Hoffarth und 15 Jahre ununterbrochen unser „Mister TuRa“ Manfred Riedel. Durch diverse Beziehungen haben wir den jährlichen Teilnehmerkreis verbessern und bereits mehrmals hochkarätige und namhafte Vereine präsentieren können. Nicht zuletzt deshalb hat das Turnier enorm an Stellenwert gewonnen. Seit Jahren hat das Burg-Pokal-Turnier weit über die Grenzen des Grenzlandes hinaus unseren Verein positiv in die Schlagzeilen gebracht. Sicherlich der Verdienst Aller, die von der ersten Stunde an dabei waren, mitgeplant und mitgearbeitet haben.

So war das Burg-Pokal-Turnier in Brüggen ohne die Namen Karlheinz Pollozek, Frank Linskens, Frank Nasarzewski, Jakob Hermans und Thomas Engels nicht denkbar. Auch Peter-Josef Beines, Klaus Schmitz und Horst Falkenberg waren Männer der ersten Stunde. Auf unsere Platzkassierer Günter Seifert, Karl-Heinz Dümke (verstorben), Theo Hommen (verstorben) und Eugen Schmitz sowie James (verstorben) und Ilse Wright sowie Peter und Brigitte Hoehne und Roswitha Frieß

u.v.a. war und ist seit Jahren immer Verlass. Zum Gelingen des Turniers haben auch die Platzwartehepaare sehr aktiv beigetragen. Nicht Reden sondern Anpacken war die Devise. Seit Jahren präsentieren wir zu den Turnieren das Programmheft, ein Turnierheft der Sonderklasse, welches mit viel Sorgfalt unter der Verantwortung von Wilhelm Hoffarth und seit dem Jahr 2011 von Kim Offermanns, Dominik Doebrick, Philip von der Bank und Steven Salentin erstellt wird.

Seit 2011 liegt die Verantwortung beim Chef der Fußballabteilung Heinz Offermanns, der mit seinem Team (Dominik Doebrick, Robin Cüsters, Lars Jansen, Phillip von der Bank u.a.) ein tolles Fußballfest ausrichtet. Als Turnierleiter und Stadionsprecher sind seit einigen Jahren Gregor Wessel, Klaus Feikes und Philip von der Bank tätig. Das Eventmanagement ist bei Gerd Houben in guten Händen. Für den Bereich „Marketing Burg-Pokal“ zeigen sich Dominik Doebrick und Frank Tzschoppe verantwortlich. Letzt Genannter dokumentiert bereits seit vielen Jahren mit fantastischen Fotoserien die Turniertage und die Begebenheiten rund ums Turnier.

Beim 25. Burg-Pokal-Turnier im Jahr 2012 waren die U19 Mannschaften der Bundesligisten VfL. Borussia MG und TSG 1899 Hoffenheim zu Gast am Vennberg. Da man zum Jubiläumsturnier mehreren Mannschaften die Gelegenheit zur Teilnahme bieten wollte, wurde der Turniermodus geändert. Erstmals ermittelte man in 4 Gruppen a. 3 Mannschaften (Blitzturnier) die Teilnehmer für das Halbfinale. Die Gruppenzweiten konnten sich noch für das Spiel um Platz 5 qualifizieren. Im Jahr 2013 eröffnete unserer langjähriger Cheforganisator Hans-Willi (Mecki) Cüsters das Turnier erstmalig als 1. Vorsitzender von TuRa Brüggen. 2015 belegte unsere 1. Mannschaft einen ausgezeichneten 3. Platz und zog 1 Jahr später (2016) als frischgebackener Kreismeister und Aufsteiger in die Bezirksliga ins Endspiel ein. Hier unterlag man jedoch den bis dahin zehnmaligen Burg-Pokal-Turniersieger SV Straelen.

Da wir das diesjährige Jubiläumsturnier erstmals auch auf dem neuen Kunstrasenplatz austragen können und dieser Platz auch mit einer Flutlichtanlage ausgestattet ist, haben wir den Turniermodus nochmals interessant verändern.

So werden im Jubiläumsjahr die Gruppenersten und die Gruppenzweiten der Vorrunde das Viertelfinale bestreiten und erstmals überkreuz die Halbfinalisten ermitteln. Wir dürfen, Dank eines fantastischen Teilnehmerfeldes, ein wahres Fußballfest erwarten.

Ein herzliches Dankeschön gilt natürlich unseren Frauen, den treuen Sponsoren und den vielen ehrenamtlichen Helfern, die uns in all den Jahren unterstützt und somit für die gute Atmosphäre und das tolle Ambiente auf dem Vennberg gesorgt haben.

Wir TuRaner haben als Veranstalter und Gastgeber des Burg-Pokal-Turniers seit Jahren viele Freunde in nah und fern gewinnen können und ich hoffe, dass die heutigen Macher auch weiterhin daran interessiert sind, damit dieses Turnier noch viele Jahre „das“ Fußballevent des Grenzlandes sein wird.

Hans-Willi (Mecki) Cüsters

        1.Vorsitzender